Gudrun im online-Coaching
Graue Haare – als Erstes dachte ich „kein Thema für mich“. Ich beobachte jedoch, welche Bewertungen zu grauen Haaren – insbesondere bei Frauen – auch heute noch verbreitet sind.

Doch vielleicht kann ich durchs Kundtun meiner Haltung ein kleines bisschen positive Veränderung zu bewirken!?

Warum sind graue Haare für mich kein Thema?

Eigentlich wollte ich mich gar nicht an der Blogparade „Grey is beautiful!“ von Renate R. Schmidt beteiligen, weil ich damit kein „Problem“ habe. Aber vielleicht ist es ja auch interessant oder hilfreich zu erfahren, wie und warum ich dem Ergrauen gelassen entgegen sehe.

  • Ich bin mit dem Glaubenssatz aufgewachsen, dass die natürliche Haarfarbe ein Teil der Persönlichkeit ist. Darum gab es keinen Grund die Haarfarbe zu wechseln.
    Ok, die goldblonde lange Mähne meiner Schwester fand ich natürlich viel attraktiver als meine aschblonden Haare. Allerdings erblondete ich durch die Sonne oder lasse jetzt diese Lichteffekte durch Strähnchen beim Friseur setzen.
  • In meiner Familie war es nicht üblich sich die Haare zu färben. Mein Vater ist erst spät ergraut und hatte mit 79 noch volles weißes Haar. Meine Mutter hat mit 88 Jahren nur einige graue Strähnen.
  • In meinem Freundes- und Bekanntenkreis hingegen kenne ich einige Menschen, die schon mit 30 Jahren graue oder sogar weiße Haare bekamen. Mich hat das auch mit 30 nie irritiert. Jedoch erlebte ich, wie stark sie teilweise darunter litten oder vom Partner zum Färben gedrängt wurden. Ich habe meine Freundin eher darin bestärkt zum Grau zu stehen, auch weil es meiner Meinung nach viel besser zu ihrer Ausstrahlung passte.
  • Folglich war für mich schon im Alter von 30/35 Jahren klar: ich stehe zu meiner Haarfarbe. Wichtig waren und sind mir gepflegte, gesunde Haare und ein guter Haarschnitt, der zu meiner Persönlichkeit und meinem Lebensstil passen.

 

Und heute mit 62 Jahren?

Während der Vorbereitung auf meinen Berufsausstieg entschied ich mich, meine Haare wachsen zu lassen. Meine Friseurin begleitete den Übergang zu halb- und schließlich schulterlang mit Skepsis und Irritation – „In Ihrem Alter?“
Egal, ich fühle mich damit wohl.
Ich liebe Hochsteckfrisuren und Pferdeschwanz weil sie bei dem Wind auf Lanzarote so praktisch sind. Und ich habe viele Möglichkeiten mal anders auszusehen – ganz ohne Farbwechsel, ohne Chemie und häufige Friseurtermine.

Nach dem Umzug überraschte ich meine neue Friseurin mit der Ansage, die blonden Strähnchen durch graue zu ersetzen, weil ja nun mit 61 Jahren mit grauen Haaren zu rechnen sei. Entsetzte Blicke, Kopfschütteln „Wo haben Sie graue Haare?“

OK, dann eben jetzt noch nicht.

Aber der Plan steht, und ich habe keine Angst davor grau zu werden. Ich bin nur neugierig auf den Grauton und den Übergang.
Mal schauen, vielleicht gönne ich mir zu diesem neuen „grauen Lebensabschnitt“ auch nochmals eine (Farb- und Stil-)Beratung bei Veronika Wimmer oder hole mir Rat bei Katharina alias Frau Maier damit die Kleidung dann mit derneuen Haarfarbe und Persönlichkeit harmoniert.

 

Graue Haare & Karriere – passt das zusammen?

Aus dieser Haltung heraus ist es mir absolut unverständlich, dass Frauen mit grauen Haaren als alt und unattraktiv wahrgenommen werden. Ist das vielleicht auch vom Umfeld abhängig? In Hochschule, Wissenschaft und Personal Coaching, den Bereichen in denen ich tätig war und bin, sehe ich weniger Vorbehalte.

2017 fragte „Die Welt“ in einem lesenswerten Artikel „Wieviel graues Haar verträgt die Karriere?“. Auch hier wird der Unterschied bei Männern und Frauen thematisiert. Es werden einige wenige Role Models genannt wie z.B. Christine Lagarde.

Online-Business und graue Haare?

Ich denke nicht, dass es im Online-Business „schädlich“ ist graue Haare zu zeigen. Gerade im Online-Business suchen sich Klient*innen die passende Person aufgrund von Expertise und Persönlichkeit, und bei letzterer kommt es auf die Authentizität an.

Für das Coaching gilt das besonders!  Ich sehe meinen Online-Auftritt als wichtigen Filter an. Wer sich von meinem Auftritt, meinen Aussagen in Texten usw. „auf einer Wellenlänge“ fühlt, wird zu mir kommen.
Wo die Chemie nicht stimmt, wird auch keine konstruktive Zusammenarbeit zustande kommen.

Deshalb ist für mich ein ganz wichtiges To Do für dieses Jahr: endlich neue Fotos von mir machen zu lassen. Das stand schon länger auf dem Plan. Doch durch die Pandemie und meine lange Zeit auf Lanzarote hat es bisher nicht geklappt. Wenn ich wieder in Deutschland bin, habe ich einen Termin bei meiner Fotografin meines Vertrauens!

 

Was sage ich als Coachin zum Thema graue Haare?

Als Coachin gebe ich keine Antworten oder Ratschläge. Ich stelle Fragen. Nur so finden Klient*innen IHRE individuellen Antworten. Jeder Mensch ist selbstverantwortlich und diese Selbstverantwortung stärke ich im Coaching.
Meine Haltung zu einem Thema spielt keine Rolle. Ich verhalte mich neutral und unabhängig.
Und stelle Fragen, Fragen …

„Ist es nicht wundervoll, dass wir in einer Zeit leben, wo wir die Wahl haben?“

„Es ist gut, wie es war. Sie können (weiter) färben, wenn es ist sich für Sie richtig anfühlt?
Sie können ergrauen, wenn sich das besser anfühlt. Sie können wählen!“

„Was war der Vorteil im bisher gewählten Verhalten?“

„Was passt zu Ihnen, Ihrer jetzigen/zukünftigen Identität besser?“

„Was unterstützt Ihre Ziele in der Zukunft?“

„Wie wollen Sie es zukünftig?“

 

„Es gibt kein richtig oder falsch und Sie können jederzeit neu wählen!“

 

"Grey is beautiful!?"

Wie schaut Ihre Meinung dazu aus und wie halten Sie es selbst mit den grauen Haaren?

Ich freue ich auf Ihre Kommentare!

Oder vielleicht wollen Sie sich auch selbst mit einem Beitrag an der Blogparade „Grey is beautiful!“ von Renate R. Schmidt beteiligen!

Beste Grüße aus Lanzarote
Gudrun Behm-Steidel