Wenn Berufstätige aus dem Arbeitsleben ausscheiden, sehen sie sich alle beim Übergang in den Ruhestand mehr oder weniger großen Herausforderungen gegenüber.
Dieser Wechsel in einen neuen Lebensabschnitt lässt niemanden emotional unberührt.

Wer sich in dieser Übergangszeit offene Gespräche, Unterstützung, Begleitung oder Inspiration wünscht, kann ein Ruhestandscoaching buchen.

In diesem Beitrag berichte ich aus meiner Praxis als Ruhestandscoach mit welchen Herausforderungen Menschen sich an mich wenden und gehe auf vier häufige Situationen ein.

Meiner Erfahrung nach haben meine Klient*innen sehr unterschiedliche Probleme, Anliegen, Fragen. Dabei sehe ich einen Zusammenhang zu den Lebensumständen der Menschen, vor allem aber zu ihrem sehr unterschiedlichen Mindset zu Beruf und Ruhestand.

 

Herausforderungen, vor denen meine Klient*innen häufig stehen:

  • Workaholics und ihre Angst vor dem Ruhestand
  • Ruhestand als Rettung und Ausweg
  • Frust nach der ersten Ruhestandserfahrung
  • Noch im job, aber Null Plan für die nächste Lebensphase

 

1. Workaholics und ihre Angst vor dem Ruhestand

Viele Vollzeitberufstätige, auch wenn sie sich nicht als Workaholics bezeichnen, stehen in ihrem Arbeitsalltag dermaßen im Stress und unter Dampf, dass ihr Leben und ihre Identität nur Arbeit und Beruf kennt. Der Job bestimmt den Lebensrhythmus, das soziale Umfeld und ist absoluter Lebensmittelpunkt. Die gesamte Aufmerksamkeit und Planung. Anerkennung, Status, Interessen, Kontakte beziehen sich auf die Berufstätigkeit.

Verständlich, dass der Abschied vom Job da das ganze Leben und die Identität ins Wanken bringt. Wer ist man ohne seinen Job?

Der Status quo im Lebensrad zeigt wahrscheinlich einen sehr einseitigen Fokus im Beruf und die große Leere in den übrigen Feldern.

Hier geht es im Coaching meist darum:

  • eine neue Identität außerhalb des Berufes aufzubauen –
    soziale Beziehungen, Interessen und Hobbies, Gesundheitsthemen …

  • Die Fragen „Was will ich in der nächsten Lebensphase leben?“
    „Was gibt mir Sinn und was ist mir wichtig?“ zu klären.

 

2. Der Ruhestand als Rettung und Ausweg

Es gibt viele Vollzeitberufstätige ab 50 plus, die ihren Renteneintritt herbei sehnen. Oft haben sie lange mit vollem Engagement und Einsatz ihren Job gemacht und sich damit stark identifiziert. Bei vielen gab es dann mehrfache und nachhaltige Enttäuschungen der unterschiedlichsten Art: mangelnde Anerkennung und Wertschätzung, fehlende Entwicklungsperspektiven, Dauerstress durch verstärkten Zeit- und Leistungsdruck oder zunehmenden Wettbewerb, eine deutlich veränderten Unternehmenskultur usw.

Die Identifikation mit dem System schwindet, der Arbeitsalltag ist belastend und das weitere „Funktionieren“ im Hamsterrad kostet unendlich viel Energie. Unter diesen Belastungen sind viele Menschen Burnout gefährdet. Rente und Ruhestand erscheinen dann häufig als DAS Licht am Ende des Tunnels.

Viele stellen sich die Frage: „Aber wie stehe ich die letzten 3, 5 oder mehr Jahre im Beruf noch durch?“

Im Coaching mit Klient*innen, die in einer derartigen Situation zu mir kommen, geht es als Erstes darum zu zeigen, dass es immer eine Wahl gibt. Nicht nur entweder oder sondern bestimmt mehrere Alternativen. Im Hamsterrad sehen sie aber oft nur den Weg Zähne zusammen beißen und durchhalten.
Im Coaching checken wir u.a. die Realität und die Möglichkeiten:

  • ein Sabbatical nehmen,
  • in Teilzeit gehen,
  • sich für eine reduzierte Rente entscheiden und vorzeitig in Ruhestand gehen …
  • ein interner oder externer Jobwechsel
  • der Sprung in die Selbständigkeit

Die Erfahrung die Wahl zu haben, bringt meist schon große Erleichterung.

 

3. Frust nach der ersten Ruhestandserfahrung

Einige Ruheständler stellen nach einigen Monaten oder den ersten Jahren fest, dass ihnen die Aufgaben und die Beschäftigung ausgehen. Das Haus ist renoviert, die Enkel sind dem Betreuungsalter entwachsen, das Hobby ist nicht mehr interessant oder fällt aus gesundheitlichen Gründen weg.

Leere und Langeweile ziehen ein, der Sinn fehlt. Meist berichten mir diese Menschen, dass sie doch recht unvorbereitet in die Lebensphase gestolpert sind. Einige wollen JETZT ganz dringend etwas ändern und suchen nach Inspiration und Anregung um aktiv zu werden.

Da kann ich helfen alte Träume und neue Wünsche auszubuddeln und für den Aufbruch stärken.

Andere sind permanent unzufrieden, suchen „ihren Sinn im Leben“, aber bitte als Komplettpaket mit Erfolgsgarantie von außen. Hier muss ich enttäuschen, denn den „Ruhestand von der Stange“ gibt es nicht. Wir müssen uns SELBST unsere Ideen in uns entdecken.

 

4. Noch im Job, aber Null Plan für die nächste Lebensphase

Von Berufstätigen ab 50plus höre ich manchmal die Aussage „Den Kurzurlaub plane ich so bis ins Detail, aber für meinen Ruhestand in 5-10 Jahren habe ich noch keinen Plan!“

Die Gedanken an dieses „Defizit“ sind immer im Hinterkopf und man möchte sich nun endlich damit auseinandersetzen. Oder da gibt es einen Plan, aber der erscheint so unglaublich, so großartig, das die Menschen ihn sich nicht erlauben und lieber mit niemandem drüber sprechen. Oft höre ich, „das erzähle ich jetzt zum ersten Mal. Ich habe Angst, andere halten mich für größenwahnsinnig.“

Die Inspiration bringt die Klientin mit. Ich unterstützte sie beim Großdenken, aber auch beim Realitätscheck, beim konkreten Plan und der Umsetzung. Spannend, welche kleinen und großen Ziele da entstehen, Hauptsache es ist das Anliegen, welches für diesen Menschen WIRKLICH wichtig ist und in der Lebensphase Freiheit gelebt werden will: der Mut zum Auswandern, das Home Office auf Kreta, das ehrenamtliche Engagement, das neue Hobby, das Business im Nebenberuf, die gemeinsame Lebensplanung als Paar für den Ruhestand, das Traumleben auf dem Land …

Dieses Setting aus ist aus meiner Sicht das optimale. Die Berufstätigen sehen die Vor- und Nachteile ihres Berufslebens und fühlen und verstehen, was sie für die Zukunft ändern wollen. Mit Selbstbewusstsein und Selbstreflexion entsteht ihr individuelles attraktives Zielbild vom Ruhestand – die optimale „Hinzu-„Motivation. Schritt für Schritt können sie sich vom Beruf, Rolle, Identität verabschieden und ihren Weg wählen und planen und gleichzeitig stetig etwas Neues aufbauen.

 

 

Wie schaut es bei Ihnen aus?

Erkennen Sie sich in einer der vier Gruppen wieder? In welcher?

Welche Herausforderungen sehen Sie für Ihren Übergang in den Ruhestand ganz individuell ?

Oder wie haben Sie den Übergang persönlich erlebt?

Wenn Sie sich Unterstützung wünschen, freue ich mich auf Ihre Mail, und wir vereinbaren einen Coachingtermin.

Werden Sie aktiver Gestalter Ihres Lebens und leben Sie Ihr Leben JETZT – wann sonst?!

Gudrun Behm-Steidel