Jahres-Rückblick und -Ausblick auf 2021 mit den Jahresringen

Für meine Reflexion des vergangenen Jahres und den Jahresausblick 2021 habe ich diesmal mit einer neuen Methode experimentiert – ich nenne sie Jahresringe.

In diesem Beitrag erkläre ich die Anwendung der Methode, den deutlichen Unterschied zu anderen Planungstools und zeige Beispiel-Antworten aus meiner eigenen Reflexion. Die Vorlage für die Jahresringe finden Sie im Beitrag.

 

Methode Jahresringe

Methodisch habe ich mich dabei von Natascha Wegelin (alias Madame Moneypenny) und ihrer Jahresreflexion 2020 mit „Year-in-year-out“ inspirieren lassen. In ihrem Podcast leitet sie die Anwendung der Methode für ihre Follower an.

Für den Rückblick für das Jahr 2020 zeichne ich 3 ineinander liegende Ringe ( s. Abb.). In jedem Kreis betrachte ich das vergangene Jahr aus unterschiedlichen Perspektiven – vom Außen und Allgemeinen „der Welt“ , über meine „Welt“, zu meinen Gedanken & Gefühlen und am Ende bis zur Essenz meines letzten Jahres.

Auf jeder Ebene gibt es Fragen, die ich als Ausgangspunkte für meine Reflexion nutze.

 

Jahresringe 2020/21

Der Jahresrückblick 2020

 

1. Ebene: Was ist in der Welt geschehen?

Hier finden sich wahrscheinlich sehr Antworten wie: Pandemie, US-Wahl, Lock-down …

Auf dieser Ebene denken wir zurück, was uns im „Außen“ begegnet ist, womit wir konfrontiert waren, mit welchen Ereignissen und Geschehnissen wir uns beschäftigt haben.

 

2. Ebene: Was ist in meinem Leben geschehen?

  • Was ist in meinem Leben geschehen?
  • Was waren meine prägendsten persönlichen Erlebnisse, Ereignisse?
  • Welche Ziele habe ich erreicht? Oder wo bin ich gescheitert?
  • Was habe ich gelernt? Welche Erfahrungen habe ich gemacht?
  • Wo habe ich mich weiterentwickelt?

Hier reflektiere ich also, was ich persönlich erlebt habe: von Gesundheit/Krankheit, über Beziehungen in Familie und Freundeskreis, Erfahrungen mit Online-Kursen,  neue Themen, die mich interessieren, Hobbies und Leidenschaften, …

Dazu gehören auch Aspekte aus dem Job oder Business: berufliche Veränderungen, Arbeit im Home-Office, Erfahrungen mit der Digitalisierung, Umstellung auf Online-Formate, neue Angebote, erreichte berufliche Ziele, …

 

3. Ebene: Meine Gedanken & Gefühle

  • Wie habe ich mich dabei gefühlt?
  • Welche Gedanken gingen mir durch den Kopf?
  • Welche Glaubenssätze habe ich gelebt oder aufgegeben?
  • In welchen Aspekten denke oder fühle ich heute anders als zuvor?
  • Fragen aus dem Mindfuck-Coaching:
  • Mit welchen Mindfucks habe ich mich am stärksten gestört?
  • Welche Mindfucks konnte ich auflösen?

In diesem Kreis schreibe ich also z.B. nieder, welche Unsicherheit die Pandemie in mir ausgelöst hat. Dass ich stolz bin auf erreichte Ziele und meine wachsende Online-Kompetenz. Heute sehe ich, dass viel mehr online/virtuell möglich ist als ich es je gedacht habe. Gleichzeitig schätze ich die Bedeutung meiner sozialen Beziehungen viel mehr wert als zuvor. Und ich bin sehr dankbar für den persönlichen Freiraum, den ich genieße (sei es in einer schönen Wohnung oder im Haus am Meer).

Auf dieser Ebene sehe ich im Rückblick, für welche Gedanken ich mich „entschieden“ habe. Ja, richtig gelesen. Ich kann mich fragen, ob diese Gedanken hilfreich waren. Und ich kann mich jeden Moment entscheiden, anders zu denken. Hier liegen die Stellschrauben, an denen ich – jeden Tag auf neue – aber auch für 2021 drehen kann!

 

4. Ebene: Motto & Essenz

  • Wenn ich so auf das Jahr zurückschaue, welches Motto welche Essenz charakterisiert das Jahr für mich?
  • Im Rückblick auf das Jahr 2020 mit seinen Unwegbarkeiten durch die Pandemie, die auch bei mir viele Pläne nicht realisierbar machten und für eine ungewohnte Gefühlsachterbahn sorgten, lautet mein Motto im Rückblick
    „Ich finde stets einen Weg zu einem lebenswerten Leben“.

Das klingt zwar positiv, aber doch eher passiv, reaktiv.

Neben den Jahresringen für 2020 stehen die identischen Jahresringe für 2021.

 

Jahresausblick 2021

Für den Ausblick auf das Jahr 2021 arbeitet man jetzt von innen nach außen und beginnt mit dem innersten Kern Motto & Essenz.

 

1. Ebene: Motto & Essenz:

  •  Welche Essenz will ich 2021 leben?
  • Unter welches Motto will ich das Jahr stellen?

Auch wenn meine Essenz aus 2020 „ich finde stets einen Weg zu einem lebenswerten Leben“ positiv ist – für 2021 wünsche ich mir mehr Aktivität, Selbstwirksamkeit und Lebensfreude.

Das spiegelt sich in meinem Motto für neue Jahr wider:

„Ich bin die Gestalterin meines Lebens!“

 

2. Ebene: Gefühle & Gedanken:

  • Wie will ich in 2021 sein?
  • Welche Gedanken und Gefühle unterstützen diese Identität 2021?
  • Welche Gedanken & Gefühle sind hilfreich, um mein Motto zu leben?
  • Welche Mindfucks will ich auflösen, weil sie mich behindern?
  • Welche Potentiale hinter den Mindfucks will ich in den Fokus setzen?

Auf dieser Ebene entscheide ich, was ich auf Gedanken- und Gefühlsebene ändern will, z.B. mehr Lebensfreude & Leichtigkeit, wahrhaftig sein und meine Werte ernst nehmen, …

Unsere Gedanken und Gefühle sind die Basis und Ressource für unser Handeln und unsere Ziele auf der nächsten Ebene.

 

3. Ebene: mein Leben in 2021

  • Was soll nächstes Jahr passieren?
  • Was will ich tun, erreichen?
  • Wo will ich den Fokus setzen?
  • Was will ich nicht mehr tun?

Hier kommen wir zu den konkreten Zielen, Meilensteinen, Neujahrsvorsätzen. Diese werden aber nicht die üblichen Verdächtigen sein (Abnehmen, mehr Sport …) sondern sie leiten sich vom Motto/Essenz ab und werden von unserem „neuen“ Denken und Fühlen untermauert.

 

4. Ebene: Ich und die Welt in 2021

  • Was will ich in 2021 der Welt geben?
  • Wie will ich die Welt bereichern?
  • Welches Handeln, Produkt, Angebot … will ich in 2021 für andere Menschen anbieten?

Wir sind ein Teil der Welt und diese Beziehung wird auf der letzten Ebene abgefragt. Wir wissen nicht, was in der Welt passieren wird und was uns sie Welt schenken oder zumuten wird.

Hier geht es um unseren Beitrag für die Welt und für eine aktive Perspektive.

Meine Antwort: Ich inspiriere Menschen, ihre nachberufliche Lebensphase aktiv zu gestalten und das Mindset zum Alter in der Gesellschaft zu verändern.

 

Fazit:

Mir hat die Reflexion zum Jahreswechsel mit diesem Tool Spaß gemacht und durch die verschiedenen Ebenen zu wirklich persönlichen, individuellen Zielen und der Essenz gebracht. Insbesondere auf der Ebene „Gedanken & Gefühle“ ist mir wieder meine Selbstverantwortung und mein Gestaltungsspielraum klar geworden. Passt zu meinem Motto 2021!

Der Blick über die verschiedenen Ebenen zeigt, wie alle Ebenen zusammenhängen und betont gleichzeitig unsere individuelle Persönlichkeit.

 

Nachdem meinem Selbstversuch habe ich die Jahresringe im Coaching eingesetzt und als Selbst-Coaching-Tool empfohlen – beides mit positiven Feedback.

Ich empfehle die ganz einfache handschriftliche Variante – ohne Schnickschnack und Ablenkung und für mehr Kreativität.

Vielleicht mögen Sie das Instrument selbst mal ausprobieren und darüber berichten?

Wenn Sie sich in der Jahresreflexion und der Neuausrichtung für 2021 begleiten lassen wollen, freue ich mich über Ihre Coaching-Anfrage per Mail.

Alles Gute für 2021

wünscht Gudrun Behm-Steidel