Für mich ist der Begriff aus meiner eigenen Situation entstanden.
Nach dem Ende meiner beruflichen Tätigkeit war Freiheit der zentrale Wert: Freiheit von festen Strukturen, vom Hochschul-System und vom äußeren Termindruck.
Und gleichzeitig die Freiheit für ein anderes Leben: zwischen Lanzarote und Deutschland, für eigene Projekte, für einen selbstbestimmten Rhythmus und für das, was mir wirklich wichtig ist.
Viele Menschen erleben mit dem Übergang in den Ruhestand erstmals seit langer Zeit wieder ein größeres Maß an Freiheit.
Für manche erinnert dieses Gefühl an frühere Übergänge – etwa nach der Schule oder dem Studium: die Offenheit, noch einmal neu wählen zu können, wohin es geht.
Im Gespräch zeigt sich oft, dass viele dieser Lebensphase einen eigenen Namen geben wollen.
Die Begriffe Rente, Ruhestand oder Unruhestand beschreiben für viele Menschen die heutige nachberufliche Lebensphase nur unzureichend.
Mit dem Ende des Berufs entsteht nicht einfach mehr freie Zeit, sondern ein neuer Lebensabschnitt, der Orientierung, Entscheidungen und Gestaltung erfordert.
Hier stelle ich dir mein Denkmodell der Lebensphase Freiheit vor – aus dem ich arbeite und das ich selbst lebe.
Keine Generation vor uns hatte nach dem Beruf eine solche Kombination aus Lebensdauer, Entfaltungsspielraum und Lebensqualität.
Damit eröffnet sich ein Raum mit vielen Möglichkeiten – und der Notwendigkeit, ihn für sich zu gestalten.
Und genau hier beginnt die eigentliche Veränderung.
Mit dem Ende des Berufs verändert sich oft mehr, als zunächst sichtbar ist.
Nicht nur der Alltag ordnet sich neu – auch die eigene Rolle und das Selbstverständnis geraten in Bewegung.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Lebensphase Freiheit – ein Denkmodell für die Zeit nach dem Beruf
- 1.1 These 1 – Der Übergang verändert Identität und Leben grundlegend
- 1.2 These 2 – Jeder Lebensentwurf ist individuell
- 1.3 These 3 – Lebensphase Freiheit entsteht durch bewusste Gestaltung
- 1.4 These 4 – Transformation ist ein Prozess
- 1.5 These 5 – Innere Haltung prägt äußere Gestaltung
- 1.6 These 6 – Soziale Einbindung prägt Lebensqualität und Zufriedenheit
Lebensphase Freiheit – ein Denkmodell für die Zeit nach dem Beruf
Mit dem Ende des Berufs verändert sich oft mehr, als zunächst sichtbar ist.
Nicht nur der Alltag ordnet sich neu – auch die eigene Rolle und das Selbstverständnis geraten in Bewegung.
These 1 – Der Übergang verändert Identität und Leben grundlegend
👉Der Übergang vom Job in die nachberufliche Lebensphase betrifft nicht nur den Alltag, sondern verändert die eigene Rolle, die gewohnte Orientierung und das Selbstverständnis.
Lange Zeit war die Arbeit Lebensmittelpunkt. Sie gab dem Alltag Sinn und Struktur. Wer bist du ohne deinen Beruf?
These 2 – Jeder Lebensentwurf ist individuell
👉Es gibt keine allgemeingültigen Modelle und Vorbilder für diese Lebensphase – was passt, entsteht aus Persönichkeit, Erfahrungen und Lebensumständen.
Heute stehen uns mehr Möglichkeiten offen als den Generationen zuvor. Gleichzeitig verlieren feste Orientierung und vertraute Rollen an Bedeutung.
Ein vorgezeichneter Weg existiert nicht. Die Frage ist, was für dich in dieser Lebensphase stimmig ist.
These 3 – Lebensphase Freiheit entsteht durch bewusste Gestaltung
👉Diese Lebensphase entwickelt sich nicht automatisch, sondern durch aktive Auseinandersetzung, Entscheidungen und eigenes Gestalten.
Durch die Reflexion von Bedürfnissen, Werten und Zielen entsteht Klarheit darüber, wie du leben willst.
Diese Klarheit zeigt sich in der konkreten Gestaltung deines Alltags – in der Struktur deiner Tage und in der Art, wie du tätig bist.
These 4 – Transformation ist ein Prozess
👉Die Entwicklung in dieser Lebensphase ist kein Business-Projekt. Sie geschieht schrittweise und braucht Zeit und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln und manchmal auch zu experimentieren.
Nach der Verabschiedung beginnt ein Prozess der Transformation, in dem Orientierung erst mit der Zeit entsteht.
These 5 – Innere Haltung prägt äußere Gestaltung
👉 Wie du auf das Älterwerden blickst, beeinflusst maßgeblich, wie du dein Leben jetzt gestaltest.
Ohne eine bewusste Auseinandersetzung mit deinem Selbstverständnis, Werten und Bedürfnissen orientieren sich Entscheidungen leicht an äußeren Erwartungen.
Erst aus einer stimmigen inneren Haltung entstehen tragfähige Entscheidungen für Alltag, Tätigsein und Lebensweise.
These 6 – Soziale Einbindung prägt Lebensqualität und Zufriedenheit
👉 Erkenntnisse aus Medizin, Psychologie und Alternsforschung zeigen übereinstimmend: soziale Einbindung ist ein wesentlicher Faktor für Gesundheit und Wohlbefinden im Alter.
Mit dem Ende des Berufs fallen berufliche Kontakte weg. Partnerschaften und Freundschaften verändern sich, Rollen und Verantwortung werden neu ausgehandelt.
Ein tragfähiges soziales Umfeld ist oft nicht selbstverständlich vorhanden, sondern muss aufgebaut oder bewusst weiterentwickelt werden. Es ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren gegen Einsamkeit im höheren Alter.
Die Lebensphase nach dem Beruf lässt sich nicht nur bedingt planen. Und wichtiger als ein Plan ist deine Entwicklungsrichtung.
Der Übergang verändert mehr als den Alltag – und gleichzeitig fehlen feste Orientierungspunkte.
Jeder Weg in den Ruhestand ist individuell. Allgemeingültige Ratschläge greifen zu kurz. Ein eigener Weg entsteht erst im Verlauf dieser Lebensphase. Wie sich diese Denkweise konkret im Alltag auswirkt, zeige ich am Beispiel typischer Fehler im Ruhestand.
Das geschieht nicht über Nacht. Und oft nicht geradlinig.
Was dabei entsteht, hängt wesentlich davon ab, wie du auf die Chancen und Herausforderungen des Älterwerdens blickst und wie du dich selbst verstehst.
Die Lebensphase Freiheit zeigt sich nicht nur in dem, was du tust, sondern auch in den Beziehungen, die du gestaltest.
Die Lebensphase Freiheit® ist für mich mehr als ein Motto – sie ist ein Denkmodell.
Ich lebe die Lebensphase Freiheit selbst und arbeite auf dieser Grundlage als Coachin und Autorin – in Texten und im Austausch mit anderen Menschen in den Livetreffen und in der Community.
Der Begriff ist aus meiner eigenen Erfahrung entstanden. Schnell wurde er für andere anschlussfähig, zunächst in Gesprächen und Interviews, später auch darüber hinaus. Seit 2025 ist „Lebensphase Freiheit“ als Marke geschützt.
Was daraus entsteht, ist individuell. Und bleibt offen.
Weitere Fragen rund um die Lebensphase Freiheit habe ich auf meiner FAQ-Seite zur Lebensphase Freiheit zusammengestellt.
Dieser Beitrag erschien erstmals 2021 und wurde 2026 vollständig neu gefasst.
Zwar bin ich noch viele Jahre vom Ruhestand entfernt; Deinen Artikel habe ich mit großem Interesse gelesen. Denn die Tipps, die Du gibst, sind ja auch für Menschen, die die „Lebensphase Freiheit“ (geniale Wortschöpfung!) auch ohne Ruhestand anstreben, sehr hilfreich.
Danke dafür!
Herzliche Grüße, Sabine
Danke liebe Sabine für dein Interesse! Schön, dass dir der Begriff Lebensphase Freiheit gefällt! Und ja, diese Freiheit ist nicht auf eine Altersspanne begrenzt und diese „innere Freiheit“ können wir jederzeit erleben. Allerdings habe ich das im Trubel des Arbeitslebens nicht geschafft.
Vielleicht ist dann mein Newsletter auch was für Dich! Liebe Grüße aus Lanzarote, Gudrun
Besten Dank für den guten Artikel Frau Behm-Steidel.
Ich denke eigentlich sollte man sich mit dem Gedanken zu einem Leben mit mehr Freiheit schon in den mittleren Lebensjahren befassen. Leider ist mir das auch nicht gelungen.
Grüße aus dem Fichtelgebirge, Peter Taubmann
Lieber Herr Taubmann, Danke für Ihr Feedback!
Ja, so geht es uns doch häufig, dass wir denken, „DAS hätte ich schon längst machen sollen“.
Hauptsache, wir erkennen es jetzt und leben JETZT die Freiheit so, wie es uns vorstellen.
Dafür ist es selten zu spät: ein bisschen geht immer!